Wie können wir gesund altern – und was müssen wir heute dafür tun? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der DGA-Fachkongress 2026 aus verschiedensten Perspektiven. Dabei stand immer wieder auch die Überlegung im Raum: „Wie alt möchten wir überhaupt werden?“ Die Antworten der Teilnehmenden reichten von 76 bis 130 Jahren – und machten bereits deutlich, wie unterschiedlich der Begriff Langlebigkeit verstanden werden kann.
Longevity-Grundlagen: Prävention statt Symptombehandlung
Gesundes Altern beginnt nicht erst im fortgeschrittenen Lebensalter. Dr. Jasmin Blumenberg zeigte in ihrem Vortrag, dass die Grundlagen für langfristige körperliche und mentale Stabilität bereits in der Kindheit gelegt werden. Frühzeitige Regulation und der Ausgleich von Dysbalancen schaffen wichtige Voraussetzungen für ein langes und vitales Leben.
„Es geht nicht um die Verlängerung der Lebensspanne, sondern der Gesundheitsspanne“, betonte Dr. Wolfgang Schachinger in seinem Vortrag über Longevity und Detox. Aus ayurvedischer Sicht spielt dabei „Ama“ – das Unverdaute – eine zentrale Rolle als Mitursache chronischer Entzündungsprozesse („silent inflammation“). Entscheidend sei ein proaktiver Blick auf Gesundheit: nicht erst Symptome zu behandeln, wenn Beschwerden entstehen, sondern den Organismus als Ganzes in Balance zu halten.
Wie vielfältig die Ursachen gesundheitlicher Störungen sein können, zeigte sich in zahlreichen Präsentationen. Thematisiert wurden unter anderem Mangel- und Fehlernährung, seelische Belastungen, Stress und Schlafstörungen sowie weniger offensichtliche Faktoren wie Zahnstörfelder. Die Bedeutung eines systemischen und integrativen Denkens rückte wiederholt in den Mittelpunkt: Ayurveda, funktionelle Medizin und schulmedizinische Ansätze galten nicht als Gegensätze, sondern als sich ergänzende Perspektiven.
Ganzheitliche Strategien: Von der Schlafroutine bis zur Epigenetik
Auch konkrete Strategien für gesundes Altern waren Bestandteil des Kongresses. Die 16 Referierenden brachten jeweils ihre eigene fachliche Perspektive ein und vermittelten ein breites Spektrum an Impulsen für Prävention und Regeneration. Lebensstilveränderungen und die Bedeutung stabiler Tagesroutinen wurden dabei ebenso hervorgehoben wie Ernährung, Bewegung, Schlaf und Selbstfürsorge.
Archana Munot widmete sich der Hautgesundheit und stellte die ayurvedische Ölmassage (Abhyanga) als regenerierende Anti-Aging-Maßnahme vor. Die Psychotherapeutin und Schlafmedizinerin Dr. Carolin Marx-Dick verdeutlichte die zentrale Rolle des Schlafs für Regeneration und gesundes Altern: „Schlaf ist keine Pause. Es ist das beste Rasayana.“ Kerstin Rosenberg lenkte den Blick auf die Bedeutung wohltuender Nahrung und hochwertiger Gewürze unter dem Motto „Alles, was eine Zutatenliste hat, sollte unbedingt vermieden werden.“
Weitere Vorträge beleuchteten das Thema Longevity aus wissenschaftlicher Perspektive. Adis Hurem sprach über die Rolle der Mitochondrien für Healthy Aging und Leistungsfähigkeit, Krishen Ray stellte Zusammenhänge zwischen Mikrobiom und Biomarkern der Langlebigkeit vor. Dr. Jacqueline Repmann widmete sich epigenetischen Prozessen und der Leberentgiftung. Auch die zentrale Bedeutung eines gesunden Darms wurde von mehreren Referierenden aufgegriffen, unter anderem von Dr. Annette Müller-Leisgang.
Austausch und Ausblick: Interdisziplinäre Wege in die Zukunft
Neben den fachlichen Inhalten prägten auch persönliche Begegnungen und gemeinsamer Austausch den Kongress. Viele Gespräche wurden nach den Vorträgen beim Mittagessen oder während der gemeinsamen Dampferfahrt durch Berlin fortgeführt. Die musikalischen Beiträge der indischen Sitar-Virtuosin Reshma Shrivastava schufen dabei besondere Momente der Sammlung und Inspiration: Mit einem Gandharva-Konzert am Freitagabend und einem Morgenraga am Samstag setzte sie eindrucksvolle kulturelle Akzente.
Auch die Sponsoren und Aussteller trugen zur Vielfalt des Kongresses bei. An ihren Ständen bot sich Gelegenheit zum Austausch über Produkte, Innovationen und aktuelle Entwicklungen im Ayurveda und angrenzenden Fachbereichen.
Der DGA-Fachkongress 2026 zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und interdisziplinär das Thema Longevity heute betrachtet wird – zwischen traditioneller Heilkunst, moderner Wissenschaft und praktischen Impulsen für den Alltag. Oder, wie es die britisch-amerikanische Anthropologin Ashley Montagu formulierte: „The idea is to die young as late as possible.“
2027 wird der Ayurveda-Kongress vom 4. bis 5. Juni in Kassel stattfinden. Reservieren Sie bis 31. August 2026 unverbindlich einen Platz und Sie sparen 100 Euro.
DGA-Fachkongress 4. – 5. Juni 2027 in Kassel
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